Wie Platinen Klassen zustande kommen, ist für viele die eigentliche Frage beim Verkauf. Diese Seite beschreibt nicht eine allgemeine Warenkunde, sondern wie wir konkret an unserem Hof in München sortieren und was das für Ihre Abrechnung heißt.
Die Bewertung findet im Beisein statt. Sie sehen, welche Platine in welchen Behälter geht, und können jederzeit fragen, warum. Das ist kein Entgegenkommen, sondern die einzige Art, wie eine Klassifizierung nachvollziehbar wird — hinterher lässt sich an einem gemischten Haufen nichts mehr belegen.
Woran wir eine Platine festmachen
Wie viel sitzt drauf
Die belegte Fläche im Verhältnis zur Gesamtfläche. Dicht besetzte Platinen mit vielen Bauteilen, Sockeln und Steckplätzen liegen oben, großflächige Platten mit wenigen Bauteilen unten.
Wie viel Gold ist sichtbar
Breite und Anzahl vergoldeter Kontaktflächen. Entscheidend ist die tatsächliche Ausführung, nicht die Farbe — goldfarbenes Messing gibt es reichlich und es zählt nicht dazu.
Wie viele Lagen
An der Schnittkante erkennbar. Mehrlagige Platinen führen Leiterbahnen auch im Inneren und enthalten damit mehr Metall je Kilogramm als einlagige Trägerplatten.
Was hängt noch dran
Kühlkörper, Blechrahmen, Kunststoffwannen, Batteriehalter. Alles, was mitwiegt, ohne zur Platine zu gehören, zieht die Einordnung der Gesamtmenge nach unten.
Platinen Klassen — warum es keinen festen Katalog gibt
Immer wieder kommt die Bitte nach einer Liste, in der steht, welches Gerät welche Klasse ergibt. Die gibt es nicht, und wer sie verspricht, verspricht zu viel. Zwei Mainboards aus demselben Baujahr können unterschiedlich ausfallen, weil eines voll bestückt und das andere in der Sparversion gebaut wurde. Was sich sagen lässt, sind Tendenzen: Server über Desktop über Kompaktrechner, Kommunikationstechnik über Haushaltselektronik, bestückt über unbestückt.
Deshalb entscheidet die Platine in der Hand, nicht das Etikett auf dem Gerät. Für Sie heißt das: Eine seriöse Einschätzung am Telefon ist eine Spanne, keine Zahl. Wer Ihnen ohne das Material gesehen zu haben einen genauen Preis nennt, rechnet entweder mit dem schlechtesten Fall oder korrigiert bei der Anlieferung nach unten.
Wie Grenzfälle entschieden werden
Bei jeder größeren Anlieferung gibt es Stücke, die zwischen zwei Klassen liegen. Unsere Regel dafür ist einfach: Wir legen sie beiseite und gehen sie mit Ihnen gemeinsam durch, bevor sie in einen Behälter wandern. Das dauert ein paar Minuten und verhindert die Diskussion hinterher.
Wenn eine Charge sehr gemischt ist und eine Einzelbeurteilung unverhältnismäßig wäre, machen wir das transparent: Dann wird nach dem überwiegenden Anteil eingeordnet, und wir sagen Ihnen vorher, dass es so läuft. Was wir nicht machen, ist eine gemischte Menge stillschweigend nach der schwächsten enthaltenen Sorte abzurechnen, ohne das zu benennen.
Häufige Fehler bei der eigenen Vorsortierung
Der erste Fehler ist, nach Herkunft statt nach Aussehen zu sortieren. „Alles aus dem Serverraum“ ist keine Klasse — darin stecken Mainboards, Backplanes, Netzteile und Racks, die in vier verschiedene Fraktionen gehören. Sortieren Sie nach dem, was Sie sehen, nicht nach dem, woher es kam.
Der zweite Fehler ist zu feine Vorsortierung. Sechs Behälter mit je einer Handvoll Inhalt bringen nichts; drei gut gefüllte bringen viel. Beginnen Sie mit der groben Trennung — bestückte Platinen, unbestückte Platinen, alles andere — und verfeinern Sie erst, wenn die Mengen es rechtfertigen. Der dritte Fehler ist, Grenzfälle selbst zu entscheiden und sie dann in den höherwertigen Behälter zu legen. Das fällt beim Sortieren auf und kostet Vertrauen, ohne etwas einzubringen.
Platinen Klassen in der Praxis — der Tisch in München
Die Einordnung der Platinen Klassen findet an einem Tisch am Hof in München statt, nicht in einem Hinterzimmer. Das ist eine bewusste Entscheidung: Eine Platinenbewertung, bei der der Kunde nicht zusehen kann, ist nicht nachprüfbar. In München haben viele Anlieferer die Erfahrung gemacht, dass Platinen als eine Menge verschwinden und eine runde Zahl zurückkommt — genau das wollten wir anders machen.
Der Ablauf ist immer gleich. Die Platinen kommen auf den Tisch, werden nach den vier Merkmalen getrennt und in beschriftete Behälter gelegt. Wer in München regelmäßig Platinen anliefert, kennt die Behälter nach dem zweiten Mal und legt beim Sammeln schon richtig vor. Grenzfälle wandern in eine eigene Schale und werden gemeinsam entschieden, bevor sie einer Klasse zugeschlagen werden.
Diese Arbeitsweise kostet bei großen Mengen Zeit, und das sagen wir vorher. Wer mit mehreren Gitterboxen Platinen nach München kommt, sollte nicht mit zehn Minuten rechnen. Dafür steht am Ende ein Wiegeschein, auf dem jede Platinen Klasse mit eigenem Gewicht ausgewiesen ist.
Häufige Fragen
Kann ich vorab erfahren, in welche Klasse mein Material fällt?
Eine Spanne ja, eine genaue Zuordnung nein. Zwei optisch ähnliche Platinen können unterschiedlich ausfallen, weil Bestückung und Goldanteil differieren. Ein Foto per WhatsApp reicht für eine erste Tendenz; entschieden wird an der Waage.
Kann ich beim Sortieren dabei sein?
Ja, und das ist ausdrücklich so gedacht. Sie sehen, welche Platine in welchen Behälter geht, und können jederzeit nachfragen. Grenzfälle legen wir beiseite und gehen sie gemeinsam durch, bevor sie eingeordnet werden.
Wie fein soll ich selbst vorsortieren?
Grob genügt: bestückte Platinen, unbestückte Platinen, alles andere. Zu feine Trennung mit vielen halbleeren Behältern bringt nichts. Verfeinern lohnt sich erst, wenn die Mengen je Gruppe entsprechend groß sind.