Der Wiegeschein ist das Dokument, an dem sich eine Ankaufsabrechnung überhaupt erst überprüfen lässt. Steht darauf nur eine Summe, können Sie nichts nachvollziehen — steht darauf jede Fraktion mit eigenem Gewicht, können Sie alles nachrechnen.
Deshalb wiegen wir in München jede Klasse einzeln, nicht die Gesamtmenge. Das ist aufwendiger und dauert länger, aber es ist der einzige Weg, bei dem am Ende eine Zahl steht, die jemand prüfen kann.
Was auf dem Wiegeschein steht
- Jede Fraktion einzeln
- Nicht „Elektronikschrott gesamt“, sondern die Klassen, in die sortiert wurde, mit jeweils eigenem Gewicht.
- Datum und Uhrzeit
- Weil der Tagespreis am Anliefertag gilt und nicht der von vorletzter Woche.
- Anliefernde Person
- Dokumentiert, wer das Material gebracht hat. Beim Ankauf von Metallen vorgeschrieben.
- Preis je Fraktion
- Damit sich Gewicht und Betrag zusammenrechnen lassen, statt eine Endsumme hinnehmen zu müssen.
- Beimengungen
- Wenn wir Abzug für Fremdmaterial machen, steht das mit dabei — nicht stillschweigend im Preis versteckt.
Wiegeschein München — warum die geeichte Waage zählt
Eine geeichte Waage wird regelmäßig geprüft und trägt eine gültige Kennzeichnung. Das ist bei jedem gewerblichen Ankauf nach Gewicht vorgeschrieben und der Grund, warum das Ergebnis überhaupt verbindlich sein kann. Wer nach Augenmaß schätzt oder auf einer ungeeichten Waage wiegt, liefert keine überprüfbare Grundlage.
Sie können beim Wiegen danebenstehen und die Anzeige selbst ablesen. Das ist ausdrücklich so gedacht und kostet uns nichts — im Gegenteil, es erspart jede spätere Diskussion darüber, wie eine Zahl zustande gekommen ist.
Warum nicht einfach alles zusammen wiegen
Weil dann die Sortierung sinnlos wäre. Der ganze Zweck des Trennens besteht darin, dass hochwertige Fraktionen nicht mit der schwächsten Sorte abgerechnet werden. Ein Gesamtgewicht macht genau das wieder rückgängig — es gäbe dann nur einen Mischpreis, und der läge zwangsläufig unter dem, was die guten Anteile wert sind.
Deshalb ist der Wiegeschein mit Einzelgewichten auch das Kriterium, an dem sich Angebote vergleichen lassen. Ein höherer Kilopreis ohne Aufschlüsselung sagt wenig, weil unklar bleibt, auf welche Ware er sich bezieht.
Häufige Fehler rund um den Beleg
Der erste Fehler ist, ohne Wiegeschein wegzufahren. Bei privaten Anlieferungen wird das gern vergessen, weil bar ausgezahlt wurde und die Sache erledigt scheint — für die eigene Nachvollziehbarkeit ist der Beleg trotzdem wichtig.
Der zweite Fehler ist, Angebote ohne Aufschlüsselung zu vergleichen. Der dritte: mündliche Zusagen. Was am Telefon als Spanne genannt wird, ist eine Einschätzung; verbindlich wird es erst mit dem Material auf der Waage. Das ist kein Vorbehalt, sondern schlicht die Reihenfolge.
Wiegeschein prüfen — worauf Sie beim Vergleich achten
Ein Wiegeschein ist nur dann ein Vergleichsmaßstab, wenn er diese Angaben enthält.
- Getrennte Zeilen
- Steht auf dem Wiegeschein eine Zeile je Fraktion oder nur eine Summe? Nur im ersten Fall lässt sich etwas nachrechnen.
- Tara ausgewiesen
- Wurde das Leergewicht des Behälters abgezogen und steht es dabei? Ohne Tara ist ein Wiegeschein unvollständig.
- Datum und Uhrzeit
- Der Tagespreis gilt für den Tag der Wiegung — deshalb gehört beides auf den Wiegeschein.
- Abzüge benannt
- Beimengungen gehören ausgewiesen, nicht stillschweigend eingepreist.
- Unterschrift
- Wer hat gewogen, wer hat übernommen. Ein Wiegeschein ohne Zuordnung ist für Ihre Ablage wenig wert.
Wenn Sie Angebote in München vergleichen, vergleichen Sie nicht die Kilopreise, sondern die Wiegescheine. Ein hoher Preis auf einem Beleg ohne Aufschlüsselung sagt weniger als ein nüchterner Preis mit vollständiger Wiegung.
Kurz gefasst
Wiegeschein in München — kurz gefasst.
- Ein Wiegeschein mit nur einer Summe ist kein Wiegeschein.
- Auf den Wiegeschein gehört jede Fraktion mit eigenem Gewicht.
- Datum auf dem Wiegeschein, weil der Tagespreis des Anliefertags gilt.
- Abzüge gehören auf den Wiegeschein, nicht in den Preis.
- Beim Wiegen in München dürfen Sie danebenstehen und mitlesen.
Vergleichen Sie Angebote nicht über den Kilopreis, sondern über den Wiegeschein — erst er macht eine Abrechnung nachprüfbar.
Häufige Fragen
Kann ich beim Wiegen zusehen?
Ja, ausdrücklich. Sie können danebenstehen und die Anzeige selbst ablesen. Das erspart jede spätere Diskussion darüber, wie eine Zahl zustande gekommen ist.
Warum wird nicht alles zusammen gewogen?
Weil das die Sortierung wieder rückgängig machen würde. Ein Gesamtgewicht ergibt zwangsläufig einen Mischpreis, der unter dem Wert der guten Anteile liegt. Erst Einzelgewichte je Fraktion machen die Trennung wirksam.
Bekomme ich auch bei Barzahlung einen Beleg?
Ja. Der Wiegeschein mit Einzelgewichten je Fraktion gehört bei jeder Anlieferung dazu, unabhängig von der Zahlungsart. Er ist die Grundlage, auf der sich die Abrechnung nachrechnen lässt.